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Das beliebte Spiel vieler Anbaugebiete dieser Welt, mit Tradition und Geschichte zu prahlen - bei irgendetwas ist man immer Erste gewesen - ringt einem geschichtsbewussten, griechischen Menschen nur ein müdes Lächeln ab. Will man Griechenlands Weinkultur begreifen, muss man in Jahrtausenden denken - und zwar vor Christus!

Zeugnisse der Weinerzeugung reichen bis 5. Jh. v. Chr. zurück.
Die Altgriechen verehrten den Wein als eine Art göttliche Gabe. Davon zeugen die Darstellungen von Reben und Trauben auf Marmor, Holz, Ton oder edlen Metallen, die hauptsächlich dem Weingott Dionysos gewidmet waren. Diese Handwerkskunst ist in Hülle und Fülle in den Museen von Athen und Thessaloniki zu bewundern. Auch die unzähligen Schriften griechischer Dichter beschreiben diese Verehrung auf eindrucksvolle Art und Weise.

Der Dichter Athenaios schrieb in seinem "Deipnosophistes" folgendes:
"O Dionysos, allen Wissenden der Liebste,
wie bezauberst du Weisester!
Nur du bewirkst, dass der Einfache groß denkt.
Den, der zürnt, bringst du zum Lächeln,
dem Schwachen gibst du Kühnheit,
dem Feigen Tapferkeit."

Die griechische Hochkultur, ist der Ursprung fast aller Wissenschaften. Wen wundert es also, dass das älteste Weingesetz aus dem 5. Jh. v. Chr. stammt und unter anderem eine Politik der qualitativen Weinerzeugung verfolgte?

Aus den auf Marmor eingravierten Gesetzen Weinsiegel aus Thassosgeht hervor, dass der Verkauf von einfachem Wein unter dem Namen eines renommierten Anbaugebietes unter Strafe gestellt wurde. Damals galten die Ägäis-Inseln Chios, Lesvos und Thassos als die drei besten Anbaugebiete. Jede Amphore Thassos-Wein erhielt ein Siegel - eine Art vorchristliche, kontrollierte Herkunftsbezeichnung.

Griechenland gilt im Bereich Weinanbau als "Entwicklungsland". Die Gründe dafür sind vielschichtig.
Zum einen liegt es an der turbulenten geschichtlichen Entwicklung der letzten Jahrhunderte und den damit verbundenen ökonomisch-strukturellen Problemen.
Zum anderen liegt es daran, dass die griechischen Weinerzeuger erst vor 15-20 Jahren massiv angefangen haben, den Weg einer anderen Vinifizierung zu gehen.
Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass kaum Marketingstrategien vorhanden waren bzw. wenn vorhanden, dann gingen sie am Verbraucher vorbei.

Wen wundert es also, dass durch diesen Mix, Griechenland erst langsam aus seinem Dornröschenschlaf erwacht?
Dafür tun sie es mit Pauken und Trompeten! Griechische Winzer haben in den letzten fünf Jahren diverse international anerkannte Preise gewonnen, und durch diesen Rückenwind erlebt die Weinerzeugung eine weitere Revolution. Ich bin dabei, im Rahmen meiner Möglichkeiten.

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